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SEO-News

Es steht wohl ein großes Google Update bevor: Die Anzeichen häufen sich

Christian Kunz
06. Oktober 2026
Zuletzt aktualisiert: 06. Oktober 2026
Google Fieberthermometer

Bild KI-generiert

Vieles deutet darauf hin, dass Google bald mit einem neuen Update gegen KI-Spam, erfundene Autoren und manipulative GEO-Taktiken vorgeht. Ein Blick zurück zeigt, dass solche Vorzeichen selten ins Leere liefen.

 

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Wer das Verhalten von Google über Jahre beobachtet hat, konnte daraus einiges lernen, was die Vorhersehbarkeit bestimmter Maßnahmen anbelangt. Hier ein paar Beispiele:

  • Große, angekündigte Updates beginnen gerne an einem Donnerstag.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass nach einem Spam Update ein Core Update folgt, ist recht hoch.
  • Anpassungen an der Dokumentation und den Empfehlungen von Google ziehen oftmals ein großes Update nach sich.

Vor allem die letzten beiden Punkte lassen aufhorchen: Zum einen läuft gerade noch ein Google Spam Update (das vierte in diesem Jahr), und zum anderen gab es gerade einige bemerkenswerte Anpassungen der Google Dokumentation in Bezug auf Helpful Content und auf KI-generierte Inhalte.

Danke an dieser Stelle zunächst an Lily Ray, die den Impuls für diesen Beitrag gegeben hat und die in einem sehr lesenswerten Post beschreibt, welche Warnsignale es aktuell gibt.

Google schreibt seine Dokumentation um

Innerhalb weniger Tage hat Google zwei zentrale Dokumente erweitert. Am 1. Oktober kamen neue Passagen in die Empfehlungen für KI-generierte Inhalte. Google weist dort auf Halluzinationen hin und rät zu einem manuellen Faktencheck aller KI-Inhalte vor der Veröffentlichung. Auffällig ist die Wortwahl: Google nennt die Prüfung „critical“, ein Begriff, der in der Dokumentation selten vorkommt.

Kurz darauf folgte eine Überarbeitung der Dokumentation zu Helpful Content. Ein neuer Abschnitt widmet sich dem Hauptinhalt einer Seite und vier Kriterien, nach denen er bewertet wird: Aufwand, Originalität, Talent bzw. Fähigkeiten und Genauigkeit. Wer per KI große Textmengen ohne menschliche Kontrolle produziert, bringt nach Googles Definition kaum Aufwand auf.

Ein zweiter neuer Absatz in der Dokumentation richtet sich gegen erfundene Autorenprofile mit KI-generierten Porträts, ausgedachten Namen oder falschen Qualifikationen. Google wertet so etwas als Täuschung und als Signal für geringe Qualität.

 

Google: Four Content Pillars

 

Google sieht skalierte Inhalte problematischer als Link Spam

Auf der Google Search Central Live in Barcelona sagte Gary Illyes laut einem Konferenzbericht von John Campbell, skalierte Inhalte seien inzwischen ein größeres Problem als Linkspam. Google nutze inzwischen selbst KI, um mehr davon zu erkennen. Die vier Qualitätskriterien aus der neuen Dokumentation wurden in Barcelona ebenfalls vorgestellt.

Spam Updates in immer kürzeren Abständen

Auch der Takt der Updates spricht eine deutliche Sprache. Google hat im bisherigen Jahr 2026 schon vier Spam Updates ausgerollt: im März, im Juni, im August und im September. Im ganzen Jahr 2025 gab es nur eines. 

Das September Spam Update fällt außerdem aus der Reihe. Das Update vom August war nach knapp drei Tagen beendet. Für das aktuelle Update veranschlagt Google rund zwei Wochen, also so viel Zeit wie sonst für ein Core Update.

GEO-Taktiken im Fokus

Seit Mitte Mai stellt Google in seinen Spam-Richtlinien klar, dass auch Versuche, generative KI-Antworten in der Google Suche zu manipulieren, als Spam gelten. AI Overviews und AI Mode unterliegen damit denselben Regeln wie die klassischen Suchergebnisse. Viele der derzeit populären GEO-Methoden kann man damit als Spam sehen: massenhaft erzeugte KI-Texte, Listicles, in denen sich eine Marke selbst auf Platz eins setzt, gekaufte Erwähnungen und automatisierte Reddit-Beiträge.

Ein Muster mit langer Geschichte

Dass Google vor großen Updates Hinweise gibt, ist nicht neu. Wir haben seit 2011 viele solcher Fälle begleitet. Einige davon ähneln der heutigen Situation auffällig.

Panda (2011): Erst die Warnung, dann der Schlag gegen Content-Farmen

Im Januar 2011 räumte Matt Cutts öffentlich ein, dass der Spam in den Suchergebnissen zugenommen habe, und kündigte Maßnahmen gegen Content-Farmen an. Wenige Wochen später startete das Panda Update in den USA. Im Sommer folgte der internationale Rollout von Panda, der auch deutsche Websites traf. Damals ging es um billig produzierte Massentexte aus Menschenhand. Heute stammen die Massentexte überwiegend aus Sprachmodellen.

Penguin (2012): Angekündigte Strafe für Überoptimierung

Im März 2012 sprach Matt Cutts auf der SXSW über eine geplante Abwertung für überoptimierte Websites. Im April folgte das Update, über das wir zunächst unter dem Titel Black-Hat im Visier berichteten und das bald als Penguin bekannt wurde. Es traf vor allem Websites mit manipulativen Linkprofilen. Der heutige Handel mit Erwähnungen für KI-Antworten erinnert stark an die Linkkäufe jener Zeit.

Mobile und Doorway Pages (2015): Ankündigungen mit Termin

2015 nannte Google sogar konkrete Daten. Im Februar teilte das Unternehmen mit, ab dem 21. April mobilfreundliche Seiten höher zu ranken. Kurz darauf folgte die Ankündigung eines Updates gegen Doorway Pages. Dieses Beispiel passt gut zum laufenden September Spam Update, das nach ersten Beobachtungen Seiten trifft, die sich nur durch einzelne Begriffe wie einen Ortsnamen oder eine Nummer unterscheiden.

Medic (2018): Neue Rater-Richtlinien als Vorbote

Im Juli 2018 legte Google in den Quality Rater Guidelines mehr Gewicht auf die Reputation von Websites und Autoren. Zwölf Tage später, am 1. August, startete ein Core Update, das besonders Seiten aus Gesundheit und Medizin traf. Laut einer damaligen Umfrage stammten 42 Prozent von 300 betroffenen Websites aus Branchen wie Gesundheit, Medizin, Fitness und Wellness. Die Reputation von Autoren steht jetzt wieder im Mittelpunkt, diesmal mit Blick auf Personen, die es gar nicht gibt.

Helpful Content (2022 und 2023): Vom Hinweis zum Systemwechsel

Beim ersten Helpful Content Update war die Vorwarnung kurz und eindeutig: Google kündigte das Update im August 2022 eine Woche vor dem Start an. Ein Jahr später kam der Wendepunkt. Mit dem September 2023 Helpful Content Update strich Google den Hinweis, Inhalte sollten „von Menschen für Menschen“ erstellt werden. Übrig blieb „für Menschen“. Viele lasen das als Freibrief für KI-Inhalte in großem Stil.

März 2024: Das Super-Update

Was folgte, war eines der größten Updates der Google-Geschichte. Im März 2024 rollte Google ein Core Update und ein Spam Update gleichzeitig aus und kündigte an, minderwertige, nicht originäre Inhalte um 40 Prozent zu reduzieren. Später sprach Google sogar von 45 Prozent. Drei neue Spam-Richtlinien kamen hinzu, darunter Scaled Content Abuse. Separate Helpful Content Updates gab es danach nicht mehr, und Google wollte Massencontent künftig unabhängig davon erkennen, ob KI oder Menschen ihn erstellt haben. Parallel verhängte Google zahlreiche manuelle Maßnahmen. Viele betroffene Websites verschwanden komplett aus den Suchergebnissen. Vom Wegfall der Formulierung „von Menschen“ bis zur neuen Richtlinie gegen skalierte Inhalte vergingen nur rund sechs Monate.

2025 und 2026: Die Abstände schrumpfen

Im Januar 2025 glich Google die Quality Rater Guidelines an die Spam-Richtlinien an. Zu den Merkmalen von Seiten niedrigster Qualität zählten nun auch skalierte Inhalte und KI-Texte ohne menschliche Prüfung. Sieben Wochen später startete das March 2025 Core Update. 

In diesem Jahr lagen zwischen der Klarstellung, dass die Spam-Richtlinien auch für KI-Antworten gelten, und dem May 2026 Core Update nur sechs Tage. Im Juni folgte das nächste Spam Update.

Verschiedene SEOs sind sich einig

SEO Lily Ray ist sich sicher: In einem Beitrag auf Substack schreibt sie, das nächste große Google Update stehe kurz bevor. Sie teilt die Beobachtung, die sich über viele Jahre bestätigt habe: Bevor Google gegen verbreitete Manipulationstechniken vorgehe, passe das Unternehmen oft seine Dokumentation an oder spreche das Problem öffentlich an. Sie beschreibt das als Kreislauf: Eine Taktik funktioniert, verbreitet sich, wird tausendfach kopiert und irgendwann von Google unterbunden.

Mit ihrer Einschätzung steht sie nicht allein. Auch Glenn Gabe, Marie Haynes und Cyrus Shepard, die seit Jahren Algorithmus-Updates analysieren, rechnen mit einem größeren Update in naher Zukunft.

 

Lily Ray und Glenn Gabe: Vorzeichen für großes Google Update

 

Was Website-Betreiber jetzt tun sollten

Niemand außerhalb von Google weiß, wann das nächste große Update kommt und worauf es abzielen wird. Es zeichnet sich allerdings eine klare Tendenz zur Ausrichtung ab. Die folgenden Punkte gehören deshalb jetzt auf die Todo-Liste:

  • Massenhaft veröffentlichte Inhalte prüfen: Bietet jede Seite etwas, das es anderswo nicht gibt? Schwache Seiten überarbeiten, zusammenführen oder entfernen.
  • Autorenseiten kontrollieren: Jeder Autor sollte eine reale Person mit echtem Foto und zutreffenden Qualifikationen sein. Erfundene Personas durch echte Menschen oder eine ehrliche Redaktionsangabe ersetzen. Verlinkungen auf bestehende Profile wie zum Beispiel auf LinkedIn sind vorteilhaft.
  • KI-Inhalte prüfen lassen, inklusive Titles, Meta Descriptions, strukturierter Daten und Alt-Texte.
  • Über eine Offenlegung des KI-Einsatzes nachdenken, wo Leser sie erwarten würden.
  • Selbstwerbende Listicles, gekaufte Erwähnungen und automatisierte Forenbeiträge zurückfahren, vor allem wenn sie in großem Umfang laufen.
  • Die Originalquellen lesen: die Dokumentation zu Helpful Content, die Empfehlungen für KI-Inhalte, die Spam-Richtlinien und Googles Checkliste für hilfreiche Inhalte.

Fazit

Die aktuellen Signale ähneln denen vor Panda, Medic und dem März-Update 2024: neue Dokumentation, deutliche Aussagen von Google-Mitarbeitern und eine wachsende Zahl von Spam Updates. Marie Haynes bringt den Zeitpunkt außerdem mit dem neuen Modell Gemini 4 Argon in Verbindung, weil große Sprünge bei den Modellen in der Vergangenheit oft von spürbaren Ranking-Änderungen begleitet waren.

Ob das Update in zwei Wochen oder in drei Monaten kommt, ist offen. Sicher ist nur: Aufräumen fällt vor einem Update leichter als die oft monatelange Erholung danach.

Christian Kunz

Von Christian Kunz

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