Google: Liz Reid sieht AI Slop nicht als neues Problem
Liz Reid von Google sieht AI Slop nicht als grundlegend neues Problem. Spam habe es schon immer gegeben. Der Wert der Suche-Klicks steige durch KI. So gebe es zum Beispiel weniger Bounce Clicks.
Im „Odd Lots“-Podcast sprach Liz Reid, Vice President Google Search, über die Veränderungen, die KI in der Suche auslöst. Die Integration von Modellen wie Gemini und AI Overviews verändert dabei nicht nur das Verhalten der Nutzer, sondern wirft auch Fragen darüber auf, wie Besucher künftig auf Websites gelangen.
Die Evolution der Suchanfragen: Vom Keyword zum Dialog
Laut Liz Reid verändert KI die Art und Weise, wie Menschen suchen, grundlegend. Statt Informationen in einzelne Keywords zu zerlegen, formulieren Nutzer zunehmend längere Fragen in natürlicher Sprache. Früher gaben Nutzer etwa "Restaurants in New York" ein; eine Suchanfrage, die oft zu Ergebnissen führte, die für die meisten Menschen irrelevant waren, weil die vorgeschlagenen Lokale zu teuer oder monatelang ausgebucht waren.
Heute teilen die Nutzer der Suchmaschine ihre tatsächlichen, komplexen Bedürfnisse mit. Sie suchen beispielsweise nach einem nicht zu teuren Restaurant für fünf Personen mit veganen Optionen und der Möglichkeit, den eigenen Hund mitzubringen. Die Nutzer erwarten, dass der Computer die Übersetzungsarbeit leistet und direkt die passenden Antworten liefert. Zudem senke die KI die Hemmschwelle für das Stellen von Fragen. Nutzer würden neugieriger, und das Gesamtvolumen der Suchanfragen steige.
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Auswirkungen der KI auf die Suche-Klicks
Eine Sorge vieler Webseitenbetreiber ist, dass Nutzer durch KI-generierte Zusammenfassungen direkt in der Suche bedient werden und nicht mehr auf externe Links klicken. Liz Reid widerspricht der These, dass Menschen sich zwischen KI-Antworten und dem Web entscheiden müssen. Vielmehr würden sie sich KI und das Web in Kombination wünschen.
Es gebe Suchanfragen, bei denen Nutzer lediglich eine schnelle Antwort benötigen, wie beispielsweise bei der Suche nach dem Wetter. Doch oft wollen die Menschen tiefer in ein Thema eintauchen oder die spezifischen Perspektiven und Expertisen anderer Menschen hören. Bei Themen wie zum Beispiel Mode reiche den meisten Nutzern kein Chatbot, weil sie weiterhin Wert auf die individuellen Meinungen legen. Die KI-Übersichten sollen hier als Einstieg dienen, um es den Nutzern im Anschluss leichter zu machen, auf entsprechende Websites zu navigieren und sich tiefer einzulesen.
Für Website-Betreiber bedeutet diese Entwicklung eine qualitative Verschiebung des Traffics. Reid erklärt, dass durch die KI sogenannte Bounce Clicks abnehmen könnten. Das sind Klicks von Nutzern, die eine Website nur kurz besuchen, um eine schnelle Information abzugreifen, und die Seite dann sofort wieder verlassen. Wenn Nutzer die Absicht haben, einen ausführlichen Artikel zu lesen, werde die KI ihnen helfen, die richtige Seite zu finden, auf der sie dann auch weiterhin wertvolle Zeit verbringen.
Auch kommerzielle Absichten bleiben laut Reid von KI-Antworten unberührt. Eine KI könne Nutzern zwar Informationen über Produkte liefern, aber den eigentlichen Kaufprozess wie etwa den Erwerb von Schuhen nicht abschließen. Dafür müssten sich Nutzer nach wie vor zu den Händlern durchklicken. Zudem betont Reid, dass Google auf ein gesundes Website-Ökosystem angewiesen sei, um seinen eigenen Dienst aufrechterhalten zu können.
Qualität im Zeitalter von AI Slop
Mit der Verbreitung von KI wächst auch die Sorge vor massenhaft generierten, minderwertigen Inhalten, dem sogenannten AI Slop, die das Netz überfluten könnten. Viele der KI-Masseninhalte zielen darauf ab, Antworten auf jede noch so banale oder absurde Frage zu produzieren. Darunter könnte die Qualität der Suchergebnisse leiden.
Reid relativiert dieses Problem, indem sie darauf hinweist, dass Spam keine Erfindung der KI sei, sondern auch schon massenhaft von Menschen produziert worden sei, lange bevor KI-Modelle diese Aufgabe übernahmen.
Für Google stellt sich laut Reid daher nicht primär die Frage, wie viel „Slop“ insgesamt im Web existiert, sondern vielmehr, ob es weiterhin hochwertige Inhalte gibt und wie gut die Suchmaschine diese an die Oberfläche bringen kann.
Die Herausforderung für Google bleibe daher im Kern dieselbe: Die Suchmaschine durchsuche unzählige Seiten, schließe Spam aus dem Index aus und fokussiere sich darauf, vertrauenswürdige und großartige Inhalte zu identifizieren.
Das Identifizieren und Aussortieren von Spam ist laut Reid das traditionelle Tagesgeschäft von Google. Um die Qualität hochzuhalten, durchsuche Google weitaus mehr Webseiten, als letztendlich überhaupt in den Suchindex aufgenommen und den Nutzern angezeigt werden. Viele minderwertige Seiten werden bewusst ignoriert, um den Anteil an Spam und Slop in den Suchergebnissen auf einem sehr niedrigen Niveau zu halten.
Das wichtigste Ziel bleibe für Google, sicherzustellen, dass die präsentierten Informationen vertrauenswürdig sind, völlig unabhängig davon, ob der aussortierte Datenmüll von einer Künstlichen Intelligenz oder von Menschen stammt.
Bewertung
Nicht nur die Art, wie wir suchen, verändert sich durch KI grundlegend. Auch die Produktion der Inhalte wird mehr und mehr durch KI beeinflusst. Manche Inhalte lassen sich heute schon komplett per KI erstellen, während es bei anderen Inhalten unvorstellbar ist, dass die Produktion aus den Händen der Menschen gegeben wird.
Klar ist: Spam hat es immer gegeben. Daran ändert auch KI nichts. Nur die Art und Weise, wie Spam entsteht, passt sich durch KI an.
























