Die Geduld der EU-Kommission mit Google scheint vorbei zu sein. Noch in dieser Woche könnte es zur Ankündigung eines Verfahrens gegen den Suchmaschinenkonzern kommen. Das berichten verschiedene Quellen. Google drohen Bußgelder in Milliardenhöhe.
Das lange Hin und Her zwischen der EU und Google könnte nun bald ein Ende haben. Lange Zeit war versucht worden, eine Einigung zu erzielen, die auf Zugeständnissen des Suchmaschinenkonzerns beruhte, doch bereits vor einigen Tagen verdichteten sich die Anzeichen auf ein nun bevorstehendes Verfahren der EU-Kommission gegen Google.
Nach einem Bericht auf CNBC wird die Entscheidung zum weiteren Vorgehen am heutigen Mittwoch in der EU-Kommission diskutiert werden. Demnach hat EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager die Entscheidung bereits gefällt, gegen Google vorzugehen, nachdem sie sich zuvor mit Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker abgestimmt hatte.
Google werden verschiedene Dinge vorgeworfen. Vor allem die Bevorzugung eigener Produkte gegenüber denen der Konkurrenz auf den Suchergebnisseiten wird immer wieder angeführt. Dabei muss man wissen, dass Googles Marktanteil in einigen Ländern der EU bei über 90 Prozent liegt. Google verfügt somit über ein Quasi-Monopol mit einer marktebeherrschenden Stellung.
Möglich wäre, dass Google zukünftig seine Ergebnisse anders präsentieren muss als bisher. Von einer Rotation der Ergebnisse ist die Rede. Vor allem auf Smartphones soll diese Rotation eingesetzt werden.
Sollte Google eine Strafe auferlegt werden, kann es für den Konzern teuer werden: Sechs Milliarden Euro wären möglich. Google könnte gegen eine solche Entscheidung vor dem Europäischen Gerichtshof in Luexemburg vorgehen - die Erfolgschancen wären jedoch ungewiss.
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